Behandlungen/ Parodontologie

Parodontologie
Das Entstehen der Parodontitis und die möglichen Folgen

Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein (verkalkter Zahnbelag) greifen nicht nur die Zähne sondern auch Zahnfleisch und Zahnfleischtaschen an. Parodontitis ist eine ansteckende und bakterielle Infektionskrankheit. Erster Indikator ist oft Zahnfleischbluten. In fortgeschrittenen Fällen kann die Zahnfleischentzündung so weit gehen, dass sogar der Kieferknochen angegriffen wird. Die Zähne verlieren ihren Halt und Zahnverlust ist häufig die Folge.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Tägliches Zähneputzen und Zahnprophylaxe in der Praxis sind die beste Vorbeugung gegen Parodontitis. Dazu gehört auch die regelmäßige Entfernung sämtlicher harter und weicher Beläge 2-4x im Jahr. Dann hat die Parodontitis keine Chance.

So bekämpfen wir die Parodontitis

Was tun, wenn das Zahnfleisch bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde?
Nach gründlicher Vorbehandlung durch unserer Prophylaxe-Assistenzen (Zahnreinigungen) findet nun die Hauptbehandlung bei unseren Zahnärzten statt. Das Entzündungsgewebe wird beseitigt, die Zahnoberfläche geglättet.
Mit regelmäßigen Kontrollen sowie Bakterienuntersuchungen kann heute die Parodontitis dauerhaft beseitigt werden.

Welche Faktoren begünstigen das Entstehen der Parodontitis?
Unzureichende Mundhygiene
Bakterielle Zahnbeläge führen zur Gingivitis, die sich dann zu einer Parodontitis ausbreitet.
Rauchen
Starke Raucher (ab 10 Zigaretten am Tag) haben ein markant höheres Risiko (4x) an Parodontitis zu erkranken als Nichtraucher. Auch schreitet die Krankheit bei ihnen schneller voran und spricht schlechter auf die Behandlung an.
Genetische Veranlagung
30% der Bevölkerung haben eine Veranlagung zur Parodontitis in der genetischen Substanz verankert.
Stress
Viele Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Stress, der wohl auf die stressbedingte Schwächung des Immunsystems zurückzuführen ist.
Schwangerschaft
Durch massive hormonelle Umschwünge besteht die ausgeprägte Tendenz zur Gingivitis und Parodontitis.
Allgemeinerkrankungen
Besonderer Risikofaktor ist der hohe Blutzuckerspiegel bei einer Diabetes, ebenso angeborene oder erworbene Immunschwächen.

Welche Folgen kann die Parodontitis haben?

Hier muss man unterscheiden zwischen:

A. Folgen für das Kauorgan
Der Zahnfleischrückgang bringt zunächst ästhetische Probleme mit sich, freiliegende Zahnhälse und Wurzelanteile neigen zu Sensibilität und Karies. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Zahnlockerung und -wanderung, später zu Zahnverlust. Die prothetische Versorgung ist dann oft problematisch, weil die verbleibenden Zähne nicht belastbar sind und nicht als Brückenpfeiler in Frage kommen. Eine Implantatbehandlung ist dann meist die einzige Möglichkeit, die volle Kaufunktion zu erhalten.
B. Auswirkungen auf den Gesamtorganismus
Aufsehen erregt haben neueste gesicherte Forschungsergebnisse, nach denen an Parodontitis erkrankte Personen ein zwei- bis dreifach höheres Risiko haben, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Als Ursache der Blutgerinnsel wurde eine Ausschwemmung in die Blutbahn der in den Zahnfleischtaschen angesiedelten anaeroben Parodontitiskeime nachgewiesen. Erwiesen ist ebenfalls, dass schwangere Frauen mit ausgeprägter Parodontitis ein achtfach höheres Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt haben.

Parodontitis Therapie
Die erste Behandlungsphase (Initialtherapie) zielt darauf ab, die Mundhygiene zu verbessern. Die Dentalhygienikerin entfernt Zahnstein und Beläge, poliert die Zahnoberflächen und erteilt eine individuelle Beratung, wie und mit welchen Hilfsmitteln Ihre tägliche Mundhygiene optimiert werden kann. Bei guter Mitarbeit des Patienten führt die Initialbehandlung meist schon zu einer deutlichen Verbesserung des Befundes und des Entzündungsgrades.

Bakterien-Test
Mit sterilen Papierspitzen werden Proben aus den tiefen Zahnfleischtaschen entnommen und an ein spezialisiertes Labor gesandt. Bereits nach wenigen Tagen erhalten wir eine detaillierte Analyse (Antibiogramm) über Anzahl und Art der Bakterien, die die Zahnfleischtaschen besiedeln. Je nach Befund kann der Einsatz von Antibiotika nötig und sinnvoll sein.
Deep Scaling
Der nächste Behandlungsschritt ist das sog. "Deep Scaling", das bedeutet eine gründliche Reinigung der unter dem Zahnfleischniveau gelegenen Taschen und Wurzeloberflächen. Diese Reinigung erfolgt schmerzfrei unter örtlicher Betäubung durch unsere Ärzte und wird schonend mittels modernster Ultraschall Geräte durchgeführt. Zusätzlich werden antibakterielle Substanzen eingesetzt, um den Effekt der mechanischen Reinigung zu verstärken.
Laser
Im Anschluss an die Wurzelreinigung und Glättung wird der Laser eingesetzt und so die zuvor gereinigten Taschen durch den Strahl zusätzlich dekontaminiert.
Der in unserer Praxis eingesetzte Chirurgie-Laser, ein Diodenlaser der neuesten Generation, leistet hervorragende Dienste auch in der Behandlung der Parodontitis. Sein präziser Strahl ist so energiereich, dass in seinem Einwirkungsbereich sämtliche Mikroorganismen sofort abgetötet werden.
Dabei ist die Behandlung für den Patienten schmerzfrei und nicht belastend.
Dank des Lasers können wir auch bei fortgeschrittener Parodontitis häufig auf Operationen verzichten. Statt dessen führen wir eine schonende geschlossene Cürettage (Reinigung) der Taschen mit Laserdekontamination und evtl. begleitender Antibiotikagabe durch.
Nachsorge (Recall)
Nach der aktiven Behandlungsphase wird der Parodontalpatient in der Nachsorge (Recall) regelmäßig zu Kontrollsitzungen und zur professionellen Zahnreinigung bei der Dentalhygienikerin aufgeboten. Je nach Schwere des Krankheitsbildes, individueller Mundhygiene und parodontaler Resistenz kann der Abstand zwischen zwei Recall-Sitzungen 3-6 Monate betragen. Diese professionelle Betreuung und erneute Reinigung ist der eigentliche Schlüssel zur Aufrechterhaltung des Behandlungsresultates.

Chirurgische Maßnahmen

Operationen mittels Laser führen zu weniger Blutungen, sind nahezu schmerzfrei und in den meisten Fällen muss nicht genäht werden.

Taschendesinfektion
Abtöten der Parodontitis auslösenden Keime in den Zahnfleischtaschen.
Biostimulation
Anregung des Körpers zur Selbstheilung und somit Förderung der Wundheilung durch Laserlicht. In der Parodontologie kann der Laser aufgrund seiner keimtötenden Eigenschaften zur Zerstörung der Bakterien eingesetzt werden, die für die Parodontitis verantwortlich sind. Nur, wenn die Bakterien zerstört werden und somit ein Voranschreiten der Parodontitis verhindert wird, kann der Verlust der Zähne aufgehalten werden. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Laser Therapie die Heilungschancen der Parodontitis erheblich verbessern.
Ihr Vorteil
Der Laser kann zur deutlichen Besserung der Parodontitis beitragen, indem er die Keime reduziert und die Heilung des Gewebes anregt. Chirurgische Maßnahmen mit dem Skalpell sind nicht mehr notwendig. Durch eine Parodontitis gehen nachweislich mehr Zähne verloren, als durch eine Karies! Der Laser kann Ihnen helfen, den vorzeitigen Zahnverlust zu verhindern.

Zeigen sich bei mir Anzeichen einer Parodontitis?

Da die Erkrankung meist schleichend und schmerzfrei verläuft, sind die Frühsymptome oftmals nicht sehr charakteristisch, jedoch kann die Beantwortung folgender Fragen Ihnen helfen, mögliche Anzeichen einer Parodontitis zu erkennen:
• Blutet Ihr Zahnfleisch beim Zähneputzen, bei Berührung oder beim Essen harter Nahrung?
• Fühlt sich Ihr Zahnfleisch geschwollen oder empfindlich an?
• Hat sich das Zahnfleisch zurückgezogen? Scheint es, dass die Zähne länger geworden sind?
• Haben Sie je Eiteraustritt zwischen Zahn und Zahnfleisch festgestellt?
• Hat sich die Stellung Ihrer Zähne verändert? Finden Sie, dass die oberen und unteren Zähne anders zusammenbeißen? Haben sich Lücken zwischen den Zähnen gebildet?
• Haben Sie dauernd Probleme mit Mundgeruch?

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet haben, so informieren Sie uns.
Eine eingehende Untersuchung kann zeigen, ob Sie eine Parodontitis Behandlung benötigen.

Vereinbaren Sie noch heute einen Termin in der Praxis Dres. Szostak,
um ihr individuelles Parodontitis-Risiko überprüfen zu lassen.

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