Implantologie · Knochenregeneration

Knochenaufbau: eine stabile Basis für Zahnimplantate

Ein Zahnimplantat benötigt ausreichend tragfähigen Kieferknochen. Ist Höhe oder Breite nicht ausreichend, kann der Knochen abhängig vom Befund gleichzeitig mit der Implantation oder in einem vorbereitenden Eingriff aufgebaut werden.

  • Individuelle 3D-Planung möglich
  • Verschiedene Aufbaumethoden
  • Gleichzeitig oder mehrstufig
Zahnarzt hält ein Kiefermodell zur Planung eines Knochenaufbaus
Kieferknochen und ImplantateTragfähige Basis · gezielte Planung
Der Grundgedanke

Knochen schaffen, wo ein Implantat sicheren Halt benötigt

Der Knochenaufbau wird auch Augmentation genannt. Ziel ist ein ausreichend stabiles Knochenlager an der geplanten Implantatposition.

01

Diagnostik

Knochenhöhe, -breite, Form und angrenzende Strukturen werden klinisch und radiologisch beurteilt.

02

Augmentation

Fehlendes Volumen wird mit körpereigenem Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Kombination ergänzt.

03

Regeneration

Während der Heilungsphase wird das eingebrachte Material stabilisiert und zunehmend in tragfähige knöcherne Strukturen integriert.

Warum Knochen verloren geht

Wann kann ein Knochenaufbau notwendig werden?

Das Implantat muss vollständig und stabil von geeignetem Knochen umgeben sein.

Nach einem Zahnverlust wird der nicht mehr funktionell belastete Kieferknochen häufig schmaler und niedriger. Umfang und Geschwindigkeit dieses Umbaus sind individuell unterschiedlich.

Auch langjährige Entzündungen, Parodontitis, frühere Operationen, Verletzungen oder anatomische Besonderheiten können das vorhandene Knochenangebot reduzieren.

Reicht der Knochen für die geplante Implantatposition nicht aus, kann eine Augmentation notwendig sein. Moderne Planung kann außerdem zeigen, ob vorhandener Knochen durch eine angepasste Implantatposition sinnvoll genutzt werden kann.

Mögliche Methoden

Der Aufbau wird an Größe und Lage des Defekts angepasst

Es gibt nicht eine einzige Standardtechnik. Material und Vorgehen werden anhand des Defekts, der Kieferregion und des geplanten Implantats ausgewählt.

01

Gesteuerte Knochenregeneration

Knochenmaterial wird an der Defektstelle stabilisiert und häufig mit einer schützenden Membran abgedeckt.

02

Körpereigener Knochen

Eigenknochen besitzt biologische Vorteile und kann aus geeigneten Bereichen im Mund entnommen werden.

03

Knochenersatzmaterial

Je nach Indikation können synthetische, tierische oder andere zugelassene Materialien allein oder in Kombination eingesetzt werden.

04

Sinuslift

Im seitlichen Oberkiefer kann der Boden der Kieferhöhle angehoben werden, um zusätzlichen Raum für Knochen und Implantat zu schaffen.

Schritt für Schritt

So kann ein Knochenaufbau ablaufen

Umfang und Dauer unterscheiden sich deutlich zwischen einem kleinen lokalen Aufbau und einer umfangreicheren Rekonstruktion.

01

Befund und Bildgebung

Knochenangebot, Weichgewebe und wichtige anatomische Strukturen werden beurteilt. Bei komplexen Situationen kann eine DVT sinnvoll sein.

02

Augmentationsplanung

Technik, Material, Implantatposition und Zeitpunkt der Implantation werden aufeinander abgestimmt.

03

Aufbau des Defekts

Das vorbereitete Material wird in den benötigten Bereich eingebracht, stabilisiert und gegebenenfalls mit einer Membran geschützt.

04

Geschützte Heilungsphase

Der Bereich soll möglichst ruhig und entzündungsfrei ausheilen. Die Dauer hängt von Umfang und Methode ab.

05

Implantation oder Freilegung

Bei einem zweizeitigen Vorgehen wird das Implantat nach ausreichender Knochenreifung eingesetzt. Bei simultanem Vorgehen heilt es gemeinsam mit dem Aufbau ein.

Zeitpunkt der Implantation

Gleichzeitiger oder vorbereitender Knochenaufbau?

Entscheidend ist, ob das Implantat trotz Defekt ausreichend stabil im vorhandenen Knochen verankert werden kann.

Simultaner Aufbau kann möglich sein

  • Kleiner bis moderater lokaler Defekt
  • Ausreichender Restknochen für Primärstabilität
  • Gut kontrollierbare Augmentationsstelle
  • Implantat und Aufbau können gemeinsam geschützt einheilen

Mehrstufiges Vorgehen kann sicherer sein

  • Ausgedehnter horizontaler oder vertikaler Defekt
  • Keine zuverlässige Primärstabilität möglich
  • Komplexe anatomische Verhältnisse
  • Zunächst Aufbau und Heilung, anschließend Implantation
Sinuslift im Oberkiefer

Wenn die Kieferhöhle den verfügbaren Knochen begrenzt

Im seitlichen Oberkiefer kann die Kieferhöhle nach Zahnverlust einen großen Teil des verfügbaren Raums einnehmen. Beim Sinuslift wird die Schleimhaut am Boden der Kieferhöhle vorsichtig angehoben und der entstandene Raum mit geeignetem Material stabilisiert.

Beim internen Sinuslift erfolgt der Zugang über das Implantatbett. Der externe Sinuslift wird über ein seitliches Knochenfenster durchgeführt und kommt eher bei größerem Aufbauvolumen infrage. Welche Methode geeignet ist, hängt vom Restknochen und der geplanten Versorgung ab.

  • Die Kieferhöhle wird vorab auf anatomische Besonderheiten und mögliche Erkrankungen beurteilt.
  • Implantation und Sinuslift können je nach Restknochen gleichzeitig oder zeitlich getrennt erfolgen.
  • Nach dem Eingriff sind individuelle Verhaltenshinweise zur Schonung der Kieferhöhle wichtig.
Häufige Fragen

Antworten zum Knochenaufbau

Die Belastung und Heilungsdauer hängen stark von Größe, Lage und Methode des Aufbaus ab.

Ist ein Knochenaufbau immer vor einem Implantat notwendig?

Nein. Viele Implantate können ohne Augmentation gesetzt werden. Entscheidend ist, ob an der geplanten Position ausreichend tragfähiger Knochen vorhanden ist.

Welches Material wird verwendet?

Je nach Befund kommen körpereigener Knochen, zugelassene Knochenersatzmaterialien oder Kombinationen infrage. Die Auswahl wird individuell erklärt.

Kann das Implantat gleichzeitig gesetzt werden?

Bei ausreichender Primärstabilität und einem geeigneten Defekt kann dies möglich sein. Bei größeren Defekten ist ein zweizeitiges Vorgehen häufig besser kontrollierbar.

Wie lange muss ein Knochenaufbau heilen?

Die Heilungszeit hängt von Region, Umfang, Material und individueller Regeneration ab. Sie kann mehrere Monate betragen.

Was ist ein Sinuslift?

Dabei wird im seitlichen Oberkiefer die Schleimhaut des Kieferhöhlenbodens angehoben, um zusätzlichen Raum für Knochenaufbau und Implantat zu schaffen.

Welche Risiken bestehen?

Möglich sind unter anderem Schwellung, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung oder unvollständige Knochenregeneration. Beim Sinuslift kann zusätzlich die Kieferhöhlenschleimhaut betroffen sein.

Unser Fazit

Eine stabile Basis wird so groß wie nötig und so schonend wie möglich aufgebaut

Ein Knochenaufbau kann Implantate auch bei reduziertem Knochenangebot ermöglichen. Im Zahnzentrum Herne planen wir die Implantatposition und den notwendigen Aufbau gemeinsam, damit nur die Behandlungsschritte durchgeführt werden, die für eine langfristig stabile Versorgung tatsächlich erforderlich sind.

Individuelle Knochenanalyse

Benötigen Sie vor einem Implantat einen Knochenaufbau?

Wir beurteilen Ihr Knochenangebot, erklären mögliche Alternativen und besprechen, ob Implantation und Aufbau gleichzeitig oder in getrennten Schritten sinnvoll sind.