Protrusionsschiene: den Unterkiefer im Schlaf gezielt vorverlagern
Eine individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschiene hält den Unterkiefer während des Schlafs in einer kontrolliert vorgeschobenen Position. Dadurch kann der Rachenraum bei geeigneten Patientinnen und Patienten stabilisiert werden.
- Individuell angefertigte Doppelschiene
- Stufenweise einstellbare Vorverlagerung
- Kontrolle durch Zahn- und Schlafmedizin
Drei Bausteine der Schienentherapie
Die Behandlung verbindet eine schlafmedizinische Diagnose mit einer zahnärztlichen Untersuchung und einer kontrollierten Einstellung der Schiene.
Unterkiefer vorverlagern
Die Schiene hält den Unterkiefer in einer definierten Position und kann dadurch die oberen Atemwege stabilisieren.
Individuell anpassen
Ober- und Unterkieferschiene werden auf Zähne, Biss und Beweglichkeit abgestimmt.
Wirkung kontrollieren
Tragekomfort, Zahnstellung, Kiefergelenke und schlafmedizinische Wirksamkeit müssen regelmäßig überprüft werden.
Was ist eine Unterkieferprotrusionsschiene?
Eine Protrusionsschiene besteht meist aus zwei miteinander verbundenen Schienenteilen für Ober- und Unterkiefer. Sie hält den Unterkiefer während des Schlafs leicht nach vorn.
Durch diese Vorverlagerung können Zunge und Weichteile weniger leicht nach hinten sinken. Bei geeigneten Formen des Schnarchens oder der obstruktiven Schlafapnoe kann sich der Atemweg dadurch erweitern.
Die Schiene wird individuell hergestellt und stufenweise eingestellt. Eine zu geringe Vorverlagerung kann unwirksam sein, eine zu starke Einstellung kann Zähne, Muskeln oder Kiefergelenke belasten.
Eine Schlafapnoe muss schlafmedizinisch diagnostiziert werden. Die zahnärztliche Behandlung erfolgt idealerweise in Abstimmung mit der überweisenden Schlafmedizin.
Eine kompakte Therapie für ausgewählte Patientinnen und Patienten
Die Unterkieferprotrusionsschiene kann insbesondere bei leichter bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe oder bei CPAP-Unverträglichkeit eine Option sein.
Leise und kompakt
Die Schiene benötigt kein Gebläse, keinen Schlauch und keine Stromversorgung.
Gut transportierbar
Sie lässt sich einfach auf Reisen mitnehmen und benötigt wenig Platz.
Nicht chirurgisch
Die Behandlung ist grundsätzlich reversibel und wird über die Schienenposition gesteuert.
Individuell titrierbar
Die Vorverlagerung kann schrittweise an Wirkung und Verträglichkeit angepasst werden.
So entsteht eine Protrusionsschiene
Diagnose, Zahngesundheit und langfristige Kontrolle sind feste Bestandteile der Behandlung.
Schlafmedizinische Diagnose
Art und Schwere der schlafbezogenen Atmungsstörung werden ärztlich untersucht.
Zahnärztliche Eignungsprüfung
Zähne, Zahnhalteapparat, Kiefergelenke, Mundöffnung und Protrusionsfähigkeit werden beurteilt.
Scan und Bissregistrierung
Die Kiefer werden digital oder klassisch erfasst und die gewünschte Startposition festgelegt.
Eingliederung und Einstellung
Die Schiene wird eingesetzt, die Handhabung erklärt und die Vorverlagerung schrittweise angepasst.
Kontrollen und Wirksamkeitsprüfung
Zahnbefund und Kieferfunktion werden kontrolliert; die schlafmedizinische Wirkung sollte objektiv überprüft werden.
Für wen kann eine Protrusionsschiene infrage kommen?
Die Entscheidung erfolgt interdisziplinär und hängt von Schlafbefund, Zahnsituation und Kieferfunktion ab.
Mögliche Voraussetzungen
- Gesicherte schlafmedizinische Diagnose
- Ausreichend stabile Zähne oder geeignete Implantate
- Gesunder oder stabil behandelter Zahnhalteapparat
- Ausreichende Unterkieferbeweglichkeit
- Bereitschaft zu regelmäßiger Anwendung und Kontrolle
Besonders zu prüfen
- Schwere unbehandelte Parodontitis
- Sehr wenige oder lockere Zähne
- Ausgeprägte Kiefergelenkschmerzen
- Stark eingeschränkte Mundöffnung
- Nicht kontrollierte schwere Schlafapnoe
Kontrollen schützen Zähne, Biss und Kiefergelenke
Zu Beginn können vermehrter Speichel, Mundtrockenheit, Druckgefühl an den Zähnen oder Muskel- und Gelenkbeschwerden auftreten. Viele Beschwerden lassen sich durch Eingewöhnung und Anpassung reduzieren.
Langfristig können sich Zahnkontakte oder Zahnstellungen verändern. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind deshalb erforderlich.
- Schiene morgens und abends reinigen
- Einstellung nicht eigenständig verändern
- Morgendliche Bissübungen nach Anleitung durchführen
- Bei Schmerzen oder Zahnlockerung frühzeitig kontrollieren lassen
Antworten zur Protrusionsschiene
Die Schiene ist eine medizinische Therapie und sollte nicht ohne Diagnostik und Nachkontrolle eingesetzt werden.
Hilft die Schiene gegen jedes Schnarchen?
Nein. Die Ursache des Schnarchens muss geklärt werden. Anatomie, Schlafposition und eine mögliche Schlafapnoe beeinflussen die Wirkung.
Ist sie eine Alternative zur CPAP-Maske?
Bei geeigneten Befunden oder CPAP-Unverträglichkeit kann sie eine Alternative sein. Die Entscheidung trifft die Schlafmedizin gemeinsam mit der Zahnmedizin.
Tut die Schiene am Kiefer weh?
Vorübergehende Muskel- oder Gelenkbeschwerden sind möglich. Einstellung und Trageweise können angepasst werden.
Wie wird geprüft, ob die Schiene wirkt?
Neben subjektiver Verbesserung ist eine schlafmedizinische Kontrollmessung wichtig, um Atemaussetzer und Sauerstoffversorgung zu beurteilen.
Kann sich der Biss verändern?
Ja, langfristige Zahn- und Bissveränderungen sind möglich. Deshalb gehören regelmäßige Kontrollen zum Behandlungskonzept.
Wie lange muss ich die Schiene tragen?
Sie wird normalerweise jede Nacht getragen, solange sie medizinisch erforderlich, wirksam und verträglich ist.
Wirksamkeit und Verträglichkeit müssen gemeinsam stimmen
Bei Dr. Szostak wird die Protrusionsschiene auf Zähne, Kiefergelenke und den schlafmedizinischen Befund abgestimmt. Regelmäßige Kontrollen sichern Wirkung und schützen das Kausystem.
Wurde Ihnen eine Protrusionsschiene empfohlen?
Wir prüfen Ihre zahnmedizinische Eignung und begleiten Anpassung, Einstellung und langfristige Kontrolle.